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Eingangsbereich

🚪Eingangsbereich

Der erste Schritt ins Geschäftsmodell-Haus

Wir produzieren täglich technische Daten – doch bisher liegen sie meist nutzlos herum. Gleichzeitig reicht der reine Maschinenverkauf wirtschaftlich nicht mehr aus. Der Eingangsbereich verwandelt das vage Gefühl „man müsste mal“ in einen strukturierten Ausgangspunkt für dein datenbasiertes Geschäftsmodell.

  • Wo stehst du heute?
  • Warum willst du ein datenbasiertes Geschäftsmodell entwickeln?
  • Welche ersten Ideen hast du bereits?
🎯Ziel

Dieser Abschnitt liefert das gemeinsame Verständnis und die strategische Basis für die kommenden Räume.


Vorgehensweise

1. Standortbestimmung – Wer bist du als Unternehmen?

Bevor Ideen entstehen können, braucht es ein präzises Bild deiner Ausgangslage. Diese ehrliche Bestandsaufnahme ist die Grundlage für alles Weitere.

Unternehmensbeschreibung

Beschreibe dein Unternehmen in 3-5 Sätzen:

  • Größe & Fokus: Mittelstand, Konzern, Spezialist?
  • Typische Kunden: Wer kauft heute bei dir?
  • Wertschöpfungskette: Wo sitzt du in der Kette?
  • Besonderheiten: Was macht dich für digitale Modelle interessant?

Unternehmensrolle im Ökosystem

Ordne dich einer oder mehreren Rollen zu:

RolleBeschreibungTypische Aktivitäten
FabrikbetreiberBetreibt ProduktionsanlagenNutzt Maschinendaten, hat Bedarf an Services
MaschinenbauerEntwickelt und verkauft MaschinenHat Zugang zu Konstruktionsdaten, kennt Betriebsparameter
KomponentenlieferantLiefert Teile und BaugruppenHat spezifisches Know-how zu Komponenten
Software-AnbieterEntwickelt digitale LösungenBringt Plattform- und Analytics-Kompetenz
Service-ProviderBietet DienstleistungenHat Kundenkontakt, kennt Schmerzpunkte

Aktuelles Angebot

  • Was verkaufst du heute konkret?
  • Was unterscheidet dich vom Wettbewerb?
  • Welche Stärken hast du, die digital nutzbar wären?
2. Erlösmodell – Wie verdienst du heute Geld?

Hier klärst du dein aktuelles Geschäftsmodell - nicht das zukünftige.

Aktuelle Erlösquellen

Dokumentiere kurz, wie du heute Geld verdienst (z.B. Produktverkauf, Serviceverträge, Ersatzteile, Lizenzen, Beratung).

Zukünftige Erlösmodelle

Die Entwicklung neuer Erlösmodelle (Subscription, Pay-per-Use, Outcome-Based) erfolgt im Gelben Raum.

Kundenanalyse

  • Aktuelle Kunden: Welche Segmente bedienst du heute?
  • Potenzielle Kunden: Welche Segmente könntest du bedienen, tust es aber noch nicht?
  • Datenpotenzial: Welche Daten entstehen heute, die für Kunden wertvoll wären?
Potenzial erkennen

Diese Analyse zeigt oft ungenutzte Potenziale: z.B. Daten, die heute intern "verstauben", aber für Kunden wertvoll wären.

3. Erste Idee – Welches datenbasierte Angebot könnte entstehen?

Es geht noch nicht um Machbarkeit. Es reicht ein Gedanke: „Hier könnte Potenzial liegen."

Wenn du bereits eine Idee hast

Beschreibe sie entlang dieser Struktur:

AspektBeschreibung
ProblemWelches Kundenproblem adressierst du?
ZielgruppeFür wen ist die Lösung relevant?
Daten/AssetsWelche Daten oder Ressourcen nutzt du?
WertversprechenWas ist der konkrete Nutzen?

Wenn du noch keine Idee hast

Starte mit diesen Impulsfragen:

  • Welche Kundenbeschwerden gibt es regelmäßig?
  • Welche Daten entstehen ungenutzt in deinem Unternehmen?
  • Wo könnte ein Datenraum helfen, neue Werte zu schaffen?
  • Welche Prozesse beim Kunden könnten durch deine Daten verbessert werden?

Beispiel: „Wir möchten Maschinendaten anonymisiert in einem Datenraum bereitstellen, um Predictive-Maintenance-Services zu ermöglichen."

4. Industrie 4.0 Touchpoints – Welche digitalen Berührungspunkte existieren?

Selbst wenn du noch nicht tief im Thema bist, gibt es meist Berührungspunkte mit der digitalen Transformation:

Technologie-Inventar

BereichFragen zur Selbsteinschätzung
Digitale ServicesBietest du bereits digitale Services oder Schnittstellen an?
StandardsNutzt du industrielle Standards (OPC UA, MQTT, etc.)?
ÖkosystemeHast du Erfahrung mit Catena-X, Manufacturing-X oder GAIA-X?
DatenproduktionWelche Daten produzierst du, die extern relevant wären?
KonnektivitätSind deine Maschinen/Produkte vernetzt?

Datenlandschaft

Erstelle eine erste Übersicht deiner Daten:

  • Maschinendaten: Betriebsparameter, Sensordaten, Zustände
  • Prozessdaten: Durchlaufzeiten, Qualitätskennzahlen
  • Transaktionsdaten: Aufträge, Lieferungen, Rechnungen
  • Produktdaten: Stücklisten, CAD-Modelle, Dokumentation
5. Digitaler Reifegrad – Wie digitalfähig bist du heute?

Der digitale Reifegrad zeigt, wie digitalfähig du heute bist - eine ehrliche Einschätzung ist wichtiger als eine optimistische. Um deinen digitalen Reifegrad zu bestimmen hilft dir z.B. der Industrie 4.0 Readiness Check des VDMA - ein kostenloses Tool, das dich durch die Bewertung führt und konkrete Handlungsfelder aufzeigt:

Bewertungsdimensionen

DimensionNiedrigMittelHoch
DatenverfügbarkeitDaten in SilosTeilweise integriertDurchgängig verfügbar
IT-/OT-IntegrationGetrennte SystemePunktuelle SchnittstellenIntegrierte Architektur
AutomatisierungManuelle ProzesseTeilautomatisiertHochautomatisiert
DatenqualitätInkonsistentAkzeptabelHohe Qualität
Digitale KompetenzWenig Know-howAufbauendEtabliert
InfrastrukturLegacy-SystemeModernisierung läuftCloud-ready
6. Strategische Ziele – Warum investierst du Zeit in dieses Thema?

Warum investieren wir Zeit in die Entwicklung eines datenbasierten Geschäftsmodells?

Typische strategische Motive

MotivBeschreibungBeispiel-KPI
Neue UmsatzquellenZusätzliche Erlöse durch digitale ServicesUmsatzanteil digitale Services
DifferenzierungAbgrenzung vom WettbewerbUnique Selling Points
KundenbindungStärkere KundenbeziehungenCustomer Lifetime Value
EffizienzsteigerungInterne ProzessoptimierungKostenreduktion
Ökosystem-ZugangTeilnahme an DatenräumenAnzahl Partnerintegration
ZukunftssicherungVorbereitung auf neue MarktanforderungenTime-to-Market

Zieldefinition

Gute Ziele sind:

  • Klar: Eindeutig formuliert
  • Realistisch: Mit verfügbaren Ressourcen erreichbar
  • Messbar: Mit KPIs hinterlegbar
7. Scope – Was ist in/out of scope?

Damit der Prozess fokussiert bleibt, definierst du den Rahmen - was betrachtet wird und was explizit nicht.

Scope-Definition

DimensionIn ScopeOut of Scope
Märktez.B. DACH-Regionz.B. Asien-Pazifik
Technologienz.B. Cloud-basiertz.B. On-Premise only
Zeithorizontz.B. 12-18 Monatez.B. 5-Jahres-Vision
Ressourcenz.B. 3 FTE, 500k EURz.B. Großinvestition

Rahmenbedingungen & Constraints

  • Strategische Tabus: Was darf auf keinen Fall passieren?
  • Regulatorische Vorgaben: Welche Compliance-Anforderungen gelten?
  • Technische Vorgaben: Welche Systeme sind gesetzt?
  • Organisatorische Grenzen: Welche Abteilungen sind involviert?
8. Rolle des Datenraums – Wie passt Factory-X/Catena-X ins Bild?

Ein Datenraum (Factory-X, Catena-X) ist mehr als eine Datenablage - er ist ein Kooperationsraum für souveränen Datenaustausch.

Erste Einordnung

Überlege dir bereits jetzt:

  • Willst du Daten teilen oder empfangen?
  • Welche Daten könntest du nutzen oder bereitstellen?
  • Welche Partner brauchst du im Ökosystem?
Detaillierte Rollenklärung

Die genaue Definition deiner Rolle im Datenraum (Data Provider, Data Consumer, Service Provider, Orchestrator) sowie die technische Integration erfolgt im Grünen Raum.


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