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Blauer Raum

🔵Blauer Raum

Der Kundenraum der Hausbaulogik

Im Blauen Raum geht es nur um den Kunden – nicht abstrakt „die Industrie", sondern konkret: Wer entscheidet, wer nutzt, wer zahlt? Hier wird aus einer vagen Zielgruppe ein präzises Bild: echte Menschen mit echten Problemen. Keine Lösungen – nur die Realität der Kundenseite.

  • Für wen schaffen wir Wert?
  • Was treibt diese Kunden an?
  • Welche Probleme wollen sie wirklich lösen?
🎯Ziel

Dieser Abschnitt liefert validierte Kundensegmente, Personas und ein tiefes Verständnis der Jobs-to-Be-Done als Grundlage für das Wertversprechen.


Vorgehensweise

1. Kundensegmente – Für wen genau schaffen wir Wert?

Bevor du Lösungen entwickelst, musst du wissen, für wen du sie entwickelst. Eine allgemeine Aussage wie „alle Fabriken" ist zu unscharf. Mit einer strukturierten Marktsegmentierung identifizierst du klare, überschneidungsfreie Kundensegmente und priorisierst diese nach Attraktivität.

Segmentierungskriterien

KriteriumBeschreibungBeispiele
BrancheIndustriezweig des KundenAutomotive, Pharma, Maschinenbau
UnternehmensgrößeKMU vs. Konzern< 250 MA, 250-1000 MA, > 1000 MA
AnlagentypArt der ProduktionsanlagenDiskrete Fertigung, Prozessindustrie
Digitaler ReifegradDigitalisierungsstandEinsteiger, Fortgeschritten, Digital Native
GeografieRegionale UnterschiedeDACH, EU, Global
ProblemdruckDringlichkeit des BedarfsAkut, Mittelfristig, Strategisch

Priorisierung der Segmente

Nach der Identifikation: Welches Segment ist am wichtigsten?

BewertungskriteriumFragenGewichtung
MarktpotenzialWie groß ist das Segment?Hoch
ZugänglichkeitHaben wir bereits Kontakte?Mittel
ProblemdruckWie dringend ist der Bedarf?Hoch
ZahlungsbereitschaftGibt es Budget für Lösungen?Hoch
FitPasst das Segment zu unseren Stärken?Mittel
Fokussierung

Am Ende solltest du 1-2 Kernsegmente priorisiert haben, auf die du dich fokussierst. Lieber ein Segment richtig verstehen als fünf oberflächlich.

2. Stakeholder-Analyse – Wer entscheidet, wer nutzt, wer zahlt?

Jetzt zoomen wir heraus: Wer ist alles beteiligt? Nicht nur „der Kunde", sondern alle Personen, die mitentscheiden oder betroffen sind. Mit dem Stakeholder Mapping visualisierst du systematisch Einfluss und Rollen aller Beteiligten - besonders wichtig bei komplexen Entscheidungsstrukturen im B2B-Umfeld.

Typische Stakeholder im B2B-Kontext

StakeholderRolleTypische InteressenEinfluss
GeschäftsführungEntscheiderROI, strategische AusrichtungSehr hoch
ProduktionsleiterNutzer/InfluencerEffizienz, VerfügbarkeitHoch
InstandhaltungNutzerWeniger Ausfälle, einfache ProzesseMittel
EinkaufEntscheiderPreis, Konditionen, VergleichbarkeitHoch
IT-AbteilungGatekeeperSicherheit, Integration, StandardsHoch
BetriebsratInfluencerArbeitsplätze, DatenschutzMittel
ComplianceGatekeeperRegulatorik, DokumentationMittel
PlattformbetreiberPartnerInteroperabilität, StandardsVariabel
Datenraum-OperatorPartnerGovernance, ComplianceVariabel

Stakeholder-Matrix

Ordne jeden Stakeholder nach Einfluss und Nähe zum Problem:

Fern vom ProblemNah am Problem
Hoher EinflussInformieren & überzeugenKern-Stakeholder
Niedriger EinflussBeobachtenEinbinden als Nutzer

Kernfragen zur Stakeholder-Analyse

  • Wer redet mit? Welche Personen sind in Gespräche involviert?
  • Wer entscheidet wirklich? Wer hat Budget- und Entscheidungshoheit?
  • Wer leidet am meisten? Wer hat den größten Problemdruck?
  • Wer könnte blockieren? IT, Betriebsrat, Compliance?
3. Persona & Jobs, Pains, Gains – Was treibt die Kunden wirklich an?

Aus dem gewählten Kernsegment nimmst du dir eine oder mehrere beispielhafte Personen vor. Der Jobs-to-Be-Done (JTBD) Ansatz erfasst dabei nicht nur, was Kunden sagen, dass sie brauchen, sondern was sie wirklich erreichen wollen - auf funktionaler, emotionaler und sozialer Ebene. Ergänzend hilft eine Pain/Gain-Priorisierung, die wichtigsten Probleme und Wünsche nach Häufigkeit, Intensität und Lösbarkeit zu bewerten.

Persona-Template

ElementBeschreibungBeispiel
Name & RolleFiktiver Name, JobtitelChristian, 48, Produktionsleiter
UnternehmenGröße, BrancheMittelständischer Maschinenbauer, 350 MA
VerantwortungWofür wird gemessen?Stillstandszeiten, OEE, Produktionskosten
TagesablaufTypische AufgabenSchichtplanung, Störungsmanagement
ZieleWas will erreicht werden?Höhere Verfügbarkeit, weniger Stress
FrustrationenWas nervt, blockiert?Feuerwehr-Modus, fehlende Transparenz

Jobs-to-Be-Done (JTBD)

Das JTBD-Framework erfasst, was Kunden wirklich erreichen wollen - nicht was sie sagen, dass sie brauchen.

Job-TypBeschreibungBeispiel
FunktionalWelche Aufgabe soll erledigt werden?Maschinenverfügbarkeit sicherstellen
EmotionalWie möchte sich der Kunde dabei fühlen?Sicher, in Kontrolle, nicht gestresst
SozialWie möchte der Kunde wahrgenommen werden?Als kompetent, innovativ, vorausschauend
Insight

Kunden kaufen keine Produkte - sie „heuern" Lösungen an, um einen Job zu erledigen. Verstehe den Job, nicht das Feature.

Pains (Probleme)

Was sind die täglichen Schwierigkeiten? Was nervt?

Pain-KategorieFragenBeispiele
ZeitverschwendungWas kostet unnötig Zeit?Manuelle Datenerfassung, Fehlersuche
KostentreiberWas verursacht hohe Kosten?Ungeplante Stillstände, Überbestände
RisikenWas fürchten Kunden?Produktionsausfälle, Qualitätsprobleme
FrustrationenWas nervt im Alltag?Mangelnde Transparenz, Feuerwehr-Modus
BlockerWas verhindert Erfolg?Fehlende Daten, IT/OT-Komplexität

Gains (Nutzen)

Was wäre für den Kunden ein echter Gewinn?

Gain-KategorieBeschreibungBeispiele
ErforderlichMuss mindestens erfüllt seinZuverlässigkeit, Datensicherheit
ErwartetWird standardmäßig vorausgesetztBenutzerfreundlichkeit, Support
GewünschtEchter MehrwertProaktive Warnungen, bessere Planbarkeit
UnerwartetWürde begeisternKI-Empfehlungen, automatische Optimierung

Priorisierung

Nicht alle Pains und Gains sind gleich wichtig:

KriteriumBeschreibung
HäufigkeitWie oft tritt das Problem auf?
IntensitätWie stark ist der Schmerz (Zeit, Geld, Nerven)?
LösbarkeitKönnen wir das Problem adressieren?
ZahlungsbereitschaftWürde der Kunde dafür zahlen?

📋Quality Gate
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